Wildbienenförderung Hallauerberg (SH)

Projektleitung: André Rey

Ausgangslage
In den Reben des Hallauerberges kommen aktuell 115 Wildbienenarten vor, mehr als ein Dutzend davon stehen auf den Roten Listen, einige davon kommen in der Schweiz kaum an anderen Orten. Wie eine Wirkungskontrolle 2023 gezeigt hat, sind die für die Zielarten nötigen Ressourcen nicht jedes Jahr in ausreichendem Ausmass verfügbar. Die Populationen sind darum teilweise klein und fragil. Die einzigartige Wildbienen-Artengemeinschaft des Hallauerberges soll mit einem Wildbienen-Förderprojekt erhalten, gestärkt und langfristig gesichert werden. Es sollen vor allem Ackersenf-Untersaaten in den Reben, welche Ende Mai bis Ende Juni blühen, gefördert und Böschungen aufgewertet werden. Das Projekt ist auf fünf Jahre ausgelegt (Start: 2024) und wird in Zusammenarbeit mit dem Branchenverband Schaffhauser Reben und Wein, sowie mit dem Regionalen Naturpark Schaffhausen realisiert.

Foto: Die Senf-Blauschillersandbiene (Andrena agilissima) gilt als stark gefährdet. Sie ist eine der auf Kreuzblüttler spezialisierten Zielarten des Hallauerbergs (Foto: ©Jürg Sommerhalder).

Die folgenden Zielarten sollen vorrangig gefördert werden:

  • Senf-Blauschillersandbiene (Andrena agilissima), Gefährdungsstatus: EN
  • Alfkens Zwergsandbiene (Andrena alfkenella), Gefährdungsstatus: NT
  • Bärtige Sandbiene (Andrena barbilabris), Gefährdungsstatus: NT
  • Glanzlose Riefensandbiene (Andrena distinguenda), Gefährdungsstatus: CR
  • Punktierte Zwergsandbiene (Andrena nana), Gefährdungsstatus: VU
  • Grubenhummel (Bombus subterraneus), Gefährdungsstatus: NT
  • Dreizahn-Stängelbiene (Hoplitis tridentata), Gefährdungsstatus: VU
  • Sandrasen-Maskenbiene (Hylaeus angustatus), Gefährdungsstatus: NT
  • Glockenblumen-Schmalbiene (Lasioglossum costulatum), Gefährdungsstatus: NT
  • Runzelwangige Schmalbiene (Lasioglossum puncticolle), Gefährdungsstatus: NT
  • Grosse Salbei-Schmalbiene (Lasioglossum xanthopus), Gefährdungsstatus: VU
  • Getrennte Wespenbiene (Nomada distinguenda), Gefährdungsstatus: NT
  • Kohls Wespenbiene (Nomada kohli), Gefährdungsstatus: VU

Auffallend viele der vorkommenden Arten benötigen typische Rebberg-Strukturen wie Pionierflächen mit guten Beständen von grossblumigen Kreuzblütlern, Sukzessionsflächen, sowie vegetationsarme Böschungen und Abbruchkanten. Wie sich im Rahmen einer Wirkungskontrolle gezeigt hat, sind diese Elemente nicht jedes Jahr in grösserem Umfang verfügbar und die Populationen der typischen Arten sind oft fragil. Weitere Ansprüche, welche sich aus diesen Arten ableiten lässt, sind Magerwiesen mit Glockenblumen, Wiesensalbei und Schmetterlingsblütlern, Ruderalflächen mit mehrjährigen Stängelstrukturen, sowie sandige Bodenstellen.

Die einzigartige Wildbienen-Artengemeinschaft des Hallauerberges soll mit dem Förderprojekt erhalten, gestärkt und langfristig gesichert werden.

Foto: Die Entdeckung der vom Aussterben bedrohten Glanzlosen Riefensandbiene (Andrena distinguenda) im Schaffhauser Klettgau darf als Sensation gewertet werden. Sie ist die wichtigste Zielart im Hallauerberg. (Foto: ©André Rey).

Folgende Stiftungen und Institutionen unterstützen dieses Projekt:

Stiftung ACCENTUS   Regionaler Naturpark Schaffhausen   Branchenverband Schaffhauser Reben und Wein