BEE-FINDER.CH

Projektleitung: André Rey

Mit Hilfe der Web-App bee-finder erhalten Private wie auch Architekten, Bauherren und öffentliche Institutionen ein frei verfügbares Instument in die Hand, über das gezielte Wildbienenförderung betrieben werden kann.

Funktionsumfang
Mit wenigen Mausklicks kann der/die UserIn Wildbienenarten anzeigen lassen, die im Umkreis von 500, 1000 oder 2000 Metern um die eingegebene Adresse vorkommen. Aus jeder Abfrage resultieren downloadbare Listen der priorisierten Zielarten am betreffenden Standort mit Angaben zu deren Nistplatz- und Pollenpräferenzen.

Datengrundlagen
Die Web-App funktioniert auf Basis dieser Daten-Grundlagen:
1. Verzeichnis der 567 noch nicht ausgestorbenen Schweizerischen Wildbienenarten
2. Beinahe 100’000 punktgenaue Funddaten dieser Wildbienen
3. 273 Blütenpflanzen/Pollenquellen
4. 57’864 Pflanzen-/Bienen-Interaktionen

Alle Daten basieren auf wissenschaftlich erhobenen Grundlagen. Die Fundaten entspringen ausnahmslos aktuellen systematischen Erhebungen spezialisierter ÖkologInnen, sowie den Funden, die im Rahmen der Erhebungen für die neue Rote Liste der gefährdeten Wildbienen der Schweiz (Publikation beim Bundesamt für Umwelt BAFU in Vorbereitung) erhoben wurden.

Abdeckung
Noch existieren keine flächendeckenden Funddaten für die ganze Schweiz, denn viele Gemeinden haben bislang keine Kartierung ihres Gemeindegebiets vorgenommen. Die heute verfügbaren Funddaten basieren auf systematischen und verifizierten Erhebungen, die ab 2000 bis und mit 2021 stattgefunden haben und uns überlassen wurden. Wir werden zu Beginn jedes neuen Jahres jene Daten des Vorjahres ergänzen, die uns zur Verfügung gestellt werden. Für vereinsinterne ÖkologInnen ist dies eine Selbstverständlichkeit, vereinsfremde SpezialistInnen laden wir dazu ein, uns ihre verifizierten neuen und früheren Fundaten ebenfalls zukommen zu lassen – damit gezielte Wildbienenförderung in der Schweiz über den bee-finder baldmöglichst flächendeckend möglich ist.

Warum sind Wildbienen so wichtig?
Weshab die Gemeinden ihre Wildbienenfauna erheben und sie bestmöglichst fördern sollten, ist einfach erklärt:
1. Im Gegensatz zu allen anderen blütenbesuchenden Organismen (wie etwa den Käfern, Fliegen, Schmetterlingen und Wespen) stellen Wildbienen den Blütenbesuch nicht ein, wenn sie selber satt sind. Stattdessen fahren satte Bienenweibchen unentwegt damit fort, Pollen für die Verproviantierung ihrer Brutzellen zu sammeln. Damit erreichen sie eine deutlich höhere Bestäubungswirkung als alle anderen Blütenbestäuber und sind als wichtigste Bestäubergruppe überhaupt zu betrachten.
2. Weil die Wildbienen ausserdem eine sehr artenreiche und teilweise stark Pollen- und Nistplatz-spezialisierte Insektengruppe sind, kommt ihnen für die qualitative Beurteilung von Lebensräumen eine wichtige Rolle zu. Die
3. Drittens ist bisher von keiner Wildbienenart bekant, dass sie den Siedlungsraum grundsätzlich meiden würde, während bspw. kaum eine der rund 240 Schweizer Tagfalterarten für den urbanen Raum naturschutzrelevant ist.
4. Wissenschaftliche Studien belegen einen direkten Zusammenhang zwischen der Diversität der Wildbienenfauna und der Bestäubungsrate in einem Lebensraum (siehe bspw. Garribaldi et al, 2013). Die Wildbienen nehmen daher in terrestrischen Ökosystemen eine ökologische wie auch ökonomische Schlüselrolle ein.